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Evangelisch-Lutherische Kirche Moosburg a.d. Isar
(letzter Update: 22.02.2012)
 
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(Die Paramente unserer
Kirche in Moosburg)
Die Paramente der Versöhnungskirche Moosburg
 
 
Das rote Parament
rotes Parament

Den roten Paramenten liegt das Bild einer Taufkapelle aus Ravenna zugrunde.
In der Mitte ist eine Brunnen-Schale zu sehen, an deren Rand zwei Tauben sitzen, über die sich in einem Dreieck der Segen Gottes in goldenen Flammen-Tropfen abregnet.
Die Brunnenschale ist von verschieden-starken, goldenen Geraden eingerahmt. Auch hier stellen sie die Dimensionen unserer Welt dar, in Länge, Breite und Höhe.
Der Brunnen ist ein Symbol für Gott, als das lebendige Wasser (Jeremia 2,13) oder für Gott, als die Quelle des Lebens oder für die christliche Taufe, bzw für die Lebenskraft des Wassers.
Die Schale symbolisiert den Überfluß der göttlichen Verheißungen, Als kosmisches Symbol steht sie für den empfangsbereit geöffneten Himmel. Die Tauben sind das christliche Symbol für den Heiligen Geist, der über den Wassern des Anfangs schwebt.

Bernhard Grunert
Das violette Parament
violettes Parament

Die violetten Paramente waren die Ersten, die Frau Lustnauer für die Versöhnungskirche gestaltete.
Auf eingefärbtem violetten Grund fertigte sie ein Dreieck in Patchworkart als Symbol für den dreieinigen Gott, dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist. In diesem Dreieck versteckte sie die Geschichte vom brennenden Dornbusch (2. Buch Mose3, Exodus: Mose hütete die Schafherden seines Schwiegervaters und kam an den Gottesberg Horeb. Dort sah er einen Busch, der brannte und dennoch nicht vom Feuer verzehrt wurde. Er eilte hin, um dieses Wunder anzuschauen. Da hörte er eine Stimme, die rief: Mose, Mose, ziehe deine Schuhe aus, denn der Ort, auf dem du stehst ist heiliges Land. Ich bin der Gott deiner Väter und habe das Elend meines Volkes gesehen und ihr Geschrei vernommen und ihr Leid erkannt... Moses, der sich gegen die Berufung zum Boten Gottes wehren wollte, verhüllte sein Angesicht und sprach: Das vermag ich nicht! - Im weiteren Verlauf der Geschichte stellt er Gott die Frage: Was soll ich antworten, wenn sie mich fragen, wie der Gott heißt, der mich sendet? Gott sprach: Ich bin, der ich bin!
Über dem Dreieck stickte sie mehrere goldene kreisförmige Ringe mit knotenartigen Verdickungen, die die Laufbahnen unserer Planeten im Weltall darstellen oder die die Dornenkrone Jesu symbolisieren.

Bernhard Grunert
Das schwarze Parament
schwarzes Parament

Das schwarze Parament war das letzte, das Frau Lustnauer anfertigte.
Erst nach einigen Diskussionen und einem veränderbaren Probeentwurf kam man überein, die Karfreitags-Kreuzigungsgruppe mit patchworkartigen Kreuzen zu gestalten, wobei das Christuskreuz die Kreuze der beiden anderen zum Tode verurteilten schützend unter die Fittiche des verlängerten rechten Querbalkens nimmt.
Die düsteren Schwarz- und Grautöne weisen am Christuskreuz und am Kreuz desjenigen, der in Jesus den Sohn Gottes erkennt, schon hellere Farbschattierungen bis zu Weißtönen auf.
Daran ist erkennbar, daß der Ostermorgen bereits an Karfreitag aufscheint.
Jesus verheißt dem Glaubenden:Wahrlich, ich sage dir, du wirst noch heute mit mir im Paradies sein. Ist das nicht ein tröstliches Bild, daß man sich auch im Tod auf die Verheißungen Gottes und seines Sohnes verlassen kann.
Anmerkung: Dietrich Bonhöffer stellte einmal fest, daß Gott nicht alle unsere Wünsche erfüllt, aber alle seine Verheißungen.

Bernhard Grunert
Das weiße Parament
weisses Parament

Das weiße Parament gestaltete Frau Lustnauer als altgoldene Scheibe auf weißem Grund.
Eines der ältesten Sonnenzeichen ist ein Kreis, der ein Kreuz umschließt.
Hier hat Frau Lustnauer die Sonnenscheibe in vier Viertel zerteilt und so, mit dem Kreuz Christi, ein Sonnenrad geschaffen als Symbol für den Auf- und Niedergang der Zeit und für das christliche Bekenntnis zu Ostern, als dem Anbruch des neuen Schöpfungstages und der Garantie neuer Lebensqualität.
Die weiße Leere, hinter der mit dem Kreuz versehenen Sonnenscheibe symbolisiert die Weite des Weltalls.
Die Strahlen, die von der Sonnenscheibe ausgehen, scheinen in unterschiedlicher Intensität. Gott läßt die Sonne über Gut und Böse scheinen. Einige Strahlen gehen ins Leere, nur wenige treffen auf dem Grund der Erde auf, erwärmen Menschen, Fauna und Flora und bringen sie zum Erblühen.
Die blauen und silbernen Geraden, die die Sonnenscheibe einrahmen, stellen die Dimensionen unserer Welt in Länge, Höhe und Breite dar.
Anmerkung:
In der christlichen Ikonographie ist die mit dem Kreuz gezeichnete Sonnenscheibe/Sonnenkugel auch ein Symbol für die Weltkugel und für das Reich Gottes im Himmel und auf Erden.

Bernhard Grunert
Das grüne Parament
gruenes Parament

Dem grünen Parament liegt das Gleichnis vom vierfachen Acker zugrunde:
Ein Sämann säte seinen Samen. Da fiel etliches an den Weg und wurde zertreten; da kamen die Vögel und fraßen's auf. Einiges fiel auf das Steinige, wo es nicht viel Erde gab. Es ging bald auf; als aber die Sonne aufging, verwelkte es und weil es keine tiefen Wurzeln hatte, verdorrte es.
Etliches fiel unter die Dornen, die wuchsen schneller empor und erstickten es. Einiges fiel auf gutes Land und es ging auf und trug Frucht, etliches dreißig-fältig, einies sechzig-fältig, etliches hundert-fältig.
Frau Lustnauer gestaltete diese Paramente u.a. mit einer Wegkreuzung in Form des Petrus-Kreuzes, da der sich der Legende nach mit dem Kopf nacht unten habe kreuzigen lassen, damit er sich im Tod Jesus nicht gleich stellt.
Der Samen, den der Sämann streut, fällt auch hier in goldenen Perlen im Dreieck auf das Land. Steine, Dornen, Wegrand und gutes Land wurden in Patchworkart gefertigt.

Bernhard Grunert
Die Künstlerin
Wie ein Parament entsteht
Die ev. Kirchengemeinde Moosburg hatte mich gebeten, für ihre schöne neue Kirche Paramente herzustellen, weil bekannt war, daß ich mich seit Jahren mit textiler Kunst, insbesondere der Applikationstechnik beschäftigte und schon für mehrere Kirchen Paramente erstellt habe.
Bei meinem ersten Besuch in Moosburg habe ich verschiedene Entwürfe für die Paramente, passend zu den unterschiedlichen liturgischen Jahreszeiten vorgelegt, von denen jeweils einer ausgewählt wurde.
Der erste Arbeitsschritt bestand in der Auswahl der für diesen Zweck geeigneten Stoffe, die sich orientieren mußten an den liturischen Farben grün, weiß, rot violett und schwarz. Da nicht alle Stoffe in den passenden Farben zu erwerben waren, mußte ich selbst Nachfärbungen vornehmen. Der nächste Arbeitsschritt war die Erstellung der stofflichen Basis im passenden Format, auf die dann die gewünschten Applikationen aufgenäht werden können. Dann folgte die eigentlich gestalterische Arbeit: Stoffteile werden ausgeschnitten und auf die Grundlage gesteckt, aus der Entfernung betrachtet, neu arrangiert – bis das Ergebnis zufriedenstellend ist. Den Abschluß bildete das Aufnähen der verschiedenen Stoffstücke.
Ich hoffe, daß die vollendeten Paramente nicht nur angenehm anzuschauen sind, sondern auch Platz lassen für eigene Betrachtungen.

Dörthe Lustnauer
Zur Person der Künstlerin
Nach dem Krieg arbeitete Dörthe Lustnauer in einer Handweberei, lernte dort spinnen, färben mit Pflanzenfarben und weben. Sie absolvierte dann eine Schneiderlehre, studierte anschließend an der Fachhochschule in Berlin und wurde Kostümbildnerin. Somit hat sie nicht nur eine praktische, sondern auch eine künstlerische Ausbildung.

Sie zog dann aber in den Schwarzwald, gründete eine Familie und bekam 3 Kinder.
Während dieser Zeit war sie ständig an der Volkshochschule aktiv, belegte alle möglichen Kreativ- und Bastelkurse, die angeboten wurden.
Über die VHS kam sie zum Patchwork. Inzwischen hat sie sich auf die Applikationstechnik spezialisiert, auf das Malen von Bildern mit Textilien.
Bis heute ist sie ständig künstlerisch aktiv, macht Ausstellungen, Kurse usw..

Charlotte Grunert




 
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