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Evangelisch-Lutherische Kirche Moosburg a.d. Isar
(letzter Update: 22.02.2012)
 
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(Die Paramente unserer
Kirche in Moosburg)
Pfarrer Markus Weidemann
 
Interim Pfarrer in Moosburg
von September 2010 bis Februar 2011
 
Abschied
 
Liebe Mitglieder der Kirchengemeinde Moosburg,
im letzten Gemeindebrief habe ich mich kurz vorgestellt, nun muss ich mich bereits wieder verabschieden. Zum 28. Februar endet mein Dienst als Vakanzvertreter in Moosburg. Ab März übernehme ich erneut eine kurzzeitige Vertretung: In der Kirchengemeinde Schongau sind derzeit 2 Pfarrstellen unbesetzt.
Die sechs Monate in der Gemeinde Moosburg waren kurz aber intensiv und rundum erfreulich. Die sehr vertrauens- volle Zusammenarbeit mit Kirchenvorsteh- erinnen und Kirchenvorstehern, allen voran mit den Vertrauensleuten (diese Bezeichnung verdienen sie absolut!), aber auch den Ehrenmitgliedern.
Das Konfi-Team mit seinen neuen Hel-ferinnen, die mir die Konfi-Arbeit sehr erleichtert haben, die Lektoren und die Prädikantin, die humorvolle Zusammen- arbeit mit Frau Krüger im Büro, das so bemerkenswerte Engagement unserer Kirchenpflegerin, Frau Grunert, die professionelle Zusammenarbeit mit den Kindergärtnerinnen unter Leitung von Frau Braun, ebenso professionell mit den Kirchenmusikerinnen, das selbstverständ- liche Miteinander mit meinem Kollegen Gerhard Körber und auch die Diskussionen mit meinem Vorgänger Klaus Bösl, all das sind mir wertvolle und gute Erinnerungen. Viele Menschen mit dem Herz am rechten Fleck arbeiten in dieser Gemeinde engagiert zusammen.
Ich denke, mit Gottes Hilfe ist es uns gemeinsam gelungen, die Übergangszeit zwischen Pfarrer Bösl und Pfarrerin Weller fröhlich und hoffnungsvoll zu
 
markus weidemann gestalten, kleine Impulse in das Gemeindeleben und den Bürgern der Stadt Moosburg auch manchen Anstoß zu geben. Meine zeitinten- sivste Arbeit war der wöchentliche Unterricht der beiden Konfirman- dengruppen, die ich auch an zwei Wochenenden anleiten durfte. Die Konfi-Arbeit beschließen wir gemeinsam mit der Konfirmation im Kastulus-Münster. In meinem Vorstellungs- artikel habe ich zwei Schwerpunkte meiner Arbeit benannt: die Ökumene und die weltweite Mission. Ökumenisch habe ich in den katholischen Gemeinden Moosburg und Mauern eine offene Atmosphäre vorgefunden, die die Kooperation leicht machte. Vielen Dank allen Kollegen in den Schwestergemeinden. Im Bereich Mission wünsche ich mir ein verstärktes Engagement der gesamten evangelischen Gemeinde. Der neue Missionsbeauftragte der Gemeinde braucht Ihre Unterstützung.
Der Kirchengemeinde Moosburg und allen Mitarbeitenden zusammen mit ihrer neuen Pfarrerin Regine Weller wünsche ich ein fröhliches und intensives auch spirituelles Gemeindewachstum, quir- liges Leben in den Gemeindezentren, neue diakonische Möglichkeiten und geistliche Bereicherung. Die Basis dafür ist in der Gemeinde vorhanden. Nun kann dieser Schatz öffentlich sichtbar werden. Dazu behüte Sie Gott.
Ihr Pfarrer Markus Weidemann
markus weidemann unterschrift
Zum Volkstrauertag
Am 13. 11. 2010, vor dem Kriegerdenkmal in Moosburg an der Isar, sprach Pfarrer Markus Weidemann

Christus ist unser Friede. Er ist gekommen und hat im Evangelium Frieden verkündigt euch, die ihr fern wart, und Frieden denen, die nahe waren. Denn durch ihn haben wir alle beide in einem Geist den Zugang zum Vater. (Eph. 2, 14 + 17f)

Sehr geehrte
Frau Bürgermeisterin Meinelt,
liebe Moosburgerinnen und Moosburger,

heute am Vorabend des Volkstrauertages denken wir an die Opfer der Kriege, an Menschen aus Moosburg und Umgebung, die im Krieg ihr Leben lassen mussten. Ich finde solches Gedenken wichtig und richtig. Es dient zur Mahnung und Warnung, dass solches Leid nie mehr wieder über Menschen kommen soll.
Genau darum schaue ich mir auch die Kriegerdenkmäler in jeder Stadt genau an. Und da ist mir hier etwas aufgefallen, was sie vielleicht noch gar nicht bewusst wahrgenommen haben. Kennen Sie die Inschrift auf unserem Denkmal? Ich lese sie wörtlich vor:
Unseren gefallenen Helden der Weltkriege 1914/18–1939/45.
Mich stört an dieser Inschrift vor allem das Wort "Helden". Ich denke, es sind damals viel mehr Menschen gestorben, als nur die Helden. Viele sind umgekommen, die sich möglicherweise gar nicht so heldenhaft benommen haben: Die sind im Hagel der Geschosse einfach weggelaufen. Sie konnten auf die Bedrohung ihres Lebens nicht anders reagieren als durch Flucht. Ich denke an viele zivile Opfer, die oft ohne eigenes Zutun in einen Bombenhagel geraten und darin umgekommen sind. Ich denke an Kinder, an Frauen, an alte Leute. Sie starben vor allem in dem zweiten Krieg, der hier erwähnt ist – zwischen 1939 und 45.
Und die, die nach ihrem Selbstverständnis damals als Helden in den Krieg gezogen sind, mit ihrer Begeisterung für eine Politik, die sie damals für richtig hielten, diese Menschen sehen wir heute eigentlich gar nicht mehr als Helden sondern eher als Verführte, die innerhalb des Nationalsozialistischen Systems zu Opfern und Tätern wurden.
Unser Bild von einem Helden hat sich seit damals sehr gewandelt. Denn die, die sich im Dritten Reich den Herrschenden entgegenstellten, die wurden als Drückeberger oder Miesmacher und Störer verfemt, kriminalisiert, eingesperrt und getötet. Diese Menschen, die den Krieg nicht mitmachen, die das damalige
 
markus weidemann System nicht unterstüt- zen wollten, die gelten heute als die wahren Helden der damaligen Zeit. Sind die gemeint mit unseren gefallenen Helden, oder die Helden nach dem alten Denken, oder beide?
Auch die Beschränkung der Inschrift auf die zwei Weltkriege im letzten Jahrhundert (14-18 und 39-45) fällt mir auf. Was ist mit den Opfern in den Kriegen davor? Was ist mit den vielen bayerischen Opfern der napoleonischen Kriege? Sollen wir an die nicht mehr denken?
Und nach 1945? Es hat leider auch nach 1945 Kriege gegeben, an denen Deutsche beteiligt waren. Wo es Tote und Verletzte, traumatisierte Menschen und Trauernde gab und gibt. Auch heute sind deutsche Soldaten in Afghanistan, auf dem Balkan und am Horn von Afrika im Einsatz. Auch dabei hat es Opfer gegeben und ich befürchte, dass es auch künftig noch Opfer geben wird. Wenn wir diese Einsätze für sinnvoll und richtig halten, dann ist es auch richtig und sinnvoll, dass wir der Opfer würdevoll gedenken.
Liebe Moosburgerinnen und Moosburger, mit meinen Gedanken zum Volkstrauertag möchte ich eine Diskussion anstoßen: Es ist an der Zeit, die Inschrift an diesem Denkmal zu überarbeiten. Die Buchstaben sind nicht sehr tief und schon verwittert. Wir brauchen kein neues Denkmal. Natürlich, man kann auch darüber nachdenken, ob die Bildsprache noch angemessen ist. Das wichtige ist jetzt mal die Inschrift. Ich sehe auch keine Notwendigkeit zur Eile, möchte es andererseits aber auch nicht auf die lange Bank schieben. Die Diskussion sollte jetzt beginnen. Und wenn ein guter neuer Text gefunden ist, möge er eingemeißelt werden.
Den Einheimischen und unseren Gästen soll die Inschrift zeigen, dass wir unser Gedenken ernst nehmen. Dies hier soll kein vergessenes altes Denkmal aus dem letzten Jahrhundert sein. Die Trauer um die in vielen Kriegen gestorbenen Menschen ist uns zu wichtig. Sie ist Mahnung, dass wir nie wieder einen Krieg wollen. Frieden ist für uns die größte persönliche und politische Verpflichtung.
Darin unterstütze und trage uns der allmächtige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen
Ihr Markus Weidemann
Pfarrer Markus Weidemann
stellt sich vor
Liebe Leserin, lieber Leser,

für ein halbes Jahr werde ich in der Kirchengemeinde Moosburg – Wartenberg als Vertretung tätig sein und will mich darum kurz vorstellen: Markus Weidemann, 58, verheiratet mit der (evangelischen) Pfarrerin von Eching, Katrin Weidemann. Wir haben 2 Töchter (20 und 16 Jahre). Als Pfarrer habe ich in Murnau, der Parkstadt Bogenhausen, in Brandt im Süden Tansanias, in München-Sendling, Taufkirchen/Dorfen und in Freising gearbeitet. Zuletzt habe ich bei der Vorbereitung und Durchführung des 2. Ökumenischen Kirchentages in München mitgewirkt. In dieser schlichten Aufzählung erkennen Sie bereits zwei Schwerpunkte meiner Arbeit: Meine Frau und ich sind seit unserer Zeit in Brandt „infiziert“ mit einem Afrika-Virus, der uns immer wieder dazu verleitet, die Dekanats-Missionspartner- schaft mit der Tumaini Sekundarschule in Ulanga-Kilombero (Tansania) voranzu- treiben. Während ich dies schreibe, besuchen Gäste aus Tumaini das Dekanat Freising. Sie werden auch in Moosburg und Wartenberg Station machen. Ich würde mich freuen, wenn Sie sich anstecken lassen für diese internationale christliche Zusammenarbeit.
Die Arbeit beim 2. Ökumenische Kirchen- tag hat mich in meinen ökumenischen Bemühungen gestärkt. Ich bin davon überzeugt, dass unsere Kirchen nur in einer guten ökumenischen Gemeinschaft glaubwürdig von unserem gemeinsamen Gott reden können. Gerade in den vielfältigen Formen der Verkündigung, mit unseren unterschiedlichen
 
markus weidemann  

inhaltlichen Schwer- punkten haben wir eine breite Basis. Nur gemeinsam und partner- schaftlich können wir die guten Nachrichten Gottes, der die Welt aufopfernd liebt, über- zeugend in die Welt tragen.
Ein Beispiel für die gelingende ökumenische Kooperation ist die Notfallseelsorge in unserem Dekanat. Zusammen mit Kollegen aus den katholischen Gemeinden und den Helfern des KIT (Krisen-Interventions-Teams) können wir einen durchgehenden Bereitschaftsdienst für Notfallseelsorge und Krisenintervention in den Landkreisen um den Flughafen sicherstellen.
Ein Letztes: In meinem Berufsleben habe ich auch einige Jahre als Manager in der Mobilfunkindustrie gearbeitet. Ich habe eine Amateurfunklizenz und nutze gerne und intensiv die modernen Kommunikationsmittel. Vielleicht ist es das, was ich auch als Pfarrer am liebsten mache: Kommunikation zu ermöglichen zwischen den Menschen untereinander und zwischen Gott und uns. Ich freue mich auf die gemeinsame Zeit in der Gemeinde Moosburg und Wartenberg, auf die Zusammenarbeit mit den hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeitenden und vertraue darauf, dass Gottes Segen unsere gemeinsame Zeit begleitet.


Ihr Markus Weidemann




 
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