Gedanken für den 8. Mai 2020 - Ein Apfelbäumchen

Apfelblüte
Bildrechte: Regine Weller

„Sag mal, am Gemeindezentrum in Moosburg, da wollt ihr doch noch was am Garten verändern. Ich habe da eine Idee!“ so kam eine Ehrenamtliche kurz vor Ostern auf mich zu. Und dann erzählte sie mir, dass sie seit ein paar Tagen immer wieder an den bekannten, Martin Luther zugeschriebenen Spruch denken muss:


Auch wenn ich wüsste, das morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.

Einen Apfelbaum pflanzen, das heißt für Martin Luther Hoffnung haben. Hoffnung

Apfelbäumchen
Bildrechte: Regine Weller

darauf, dass es ein morgen gibt, dass es gut weitergeht mit unserer Welt, dass wir zuversichtlich sein können und gewiss sein dürfen, dass wir in Gottes guten Händen geborgen sind, komme was mag.

Ich war dem Vorschlag der Ehrenamtlichen einverstanden, sie besorgte ein blühendes Apfelbäumchen, das am Ostersonntag in der Kirche stand und vor kurzem ausgepflanzt wurde. Inzwischen erkennt man die ersten kleinen Früchte daran. Jedes Mal, wenn ich auf dem Weg ins Pfarramt jetzt daran vorbei komme, muss ich lächeln. Für mich ist es ein Freudenbäumchen, ein Trostbäumchen, ein Ermutigungsbäumchen. Was morgen ist, ist erst morgen, nicht schon heute. Und was heute ist, ist doch in vielem so reich und kostbar. Die Weisheit besteht darin, mich am Jetzt und Hier zu freuen. Das Apfelbäumchen hilft mir dabei.